Tanis von der Mosel Race

Am 13. Juni 2026 um 12:00 Uhr starteten wir (Hans-Christian Glave, Thomas Freundel, Anna Beselin, Johannes Steinmüller, Joshua Camilli und Katja Klinkhardt) bei der Tanis von der Mosel Regatta in Kiel zu etwa 700 sm mit Start und Ziel Kiel rund Dänemark, auf die wir uns seit März 2026 vorbereitet hatten.

Die sorgfältig geplanten Trainingseinheiten und Regatten fielen allerdings anderen Verpflichtungen zum Opfer. So blieb es bei Vorbereitungstreffen an Land, die gesamte Crew der MAJO traf sich erstmals nach dem Farewell-Dinner am Vorabend der Regatta in Kiel vollzählig an Bord. Entsprechend vorsichtig war unser Ziel, rechtzeitig zur Siegerehrung wieder in Kiel zu sein.

Die Herausforderungen schienen auch ohne Gewinnabsicht groß: Außer Thomas waren wir alle noch nicht so lange nonstop unterwegs. Die Aussicht, höchstens drei Stunden am Stück zu schlafen, mit Seekrankheit umzugehen, tagelang nicht duschen zu können und zu sechst auf engem Raum auszukommen, und der angekündigte starke Wind waren durch die erwarteten schönen Momente auf See und Sonnenauf- und – untergänge kaum aufzuwiegen. Das änderte sich allerdings schlagartig, als wir gleich nach dem Start bei achterlichem Wind mit teilweise fast 13 Knoten Richtung Bornholm segelten und zeitweise auf Platz 1 der Gesamtwertung standen. Nach den Berechnungen sollten wir bereits am Vortag der Siegerehrung ankommen. Spätestens jetzt war unser Ehrgeiz geweckt. Nach vier Tagen konzentrierten Steuerns, Taktik und Trimmens bei teilweise über 40 kn Wind, Seekrankheit und Haferflocken, die sich bei zu viel Wind überall im Inneren der MAJO verteilt hatten, entschied Hans dann, in seiner „off-Schicht“nicht in die Koje zu gehen, sondern weiter alles zu geben und erstmalig den Gennaker zu setzen, der bis dahin u. a. wegen des starken Windes nicht zum Einsatz gekommen war. <

Der seit dem Start angekündigte nachlassende Wind traf uns erstmalig in Middelfart und ließ uns durch die Strömung kurzzeitig sogar rückwärts fahren. Endgültig schlief der Wind dann in der Kieler Bucht ein, so dass wir das Ziel vor Augen unseren bis dahin mit Abstand gehaltenen ersten Platz verloren. Das trübte das Glücksgefühl, nach über fünf Tagen und 743 sm bei strahlendem Sonnenschein in Kiel anzukommen, nur etwas. Trotz der Anstrengungen und Herausforderungen hatten wir überwältigende und beseelende Tage. Und den versprochenen Sonnenaufgang gab es dann in Kiel.

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